Einführung in PHP – Warum die Sprache immer noch massiv unterschätzt wird

Warum modernes PHP deutlich besser ist als sein Ruf und weshalb die Sprache auch heute noch eine starke Wahl für Webentwicklung ist.

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PHP

Einführung in PHP – Warum die Sprache immer noch massiv unterschätzt wird

Marcel Strahl3 min read

Einführung in PHP – Warum die Sprache immer noch massiv unterschätzt wird

Wenn man heute im Internet nach Programmiersprachen sucht, liest man ständig von Rust, Go, TypeScript oder irgendwelchen neuen Frameworks, die angeblich alles revolutionieren. PHP wird dabei oft belächelt. Meistens von Leuten, die seit Jahren kein modernes PHP mehr angefasst haben.

PHP lebt nicht nur – PHP dominiert immer noch einen riesigen Teil des Webs.

Und das hat einen guten Grund.

Was ist PHP überhaupt?

PHP ist eine serverseitige Programmiersprache, die primär für Webanwendungen entwickelt wurde.

Das bedeutet:

  • Der Code läuft auf dem Server
  • Der Browser bekommt am Ende nur HTML, CSS oder JSON zurück
  • Datenbanken, Authentifizierung, APIs oder Business-Logik laufen im Hintergrund über PHP

Klassisches Beispiel:

<?php
 
echo "Hallo Welt!";

Ja, simpel. Aber genau das war früher die Stärke von PHP: Datei hochladen → läuft.

Kein kompliziertes Setup. Keine 30 Tools vorher installieren. Keine halbe Stunde Build-Prozess.

Und genau dadurch wurde PHP riesig.


Warum PHP früher einen schlechten Ruf hatte

Jetzt kommt der Teil, den viele verschweigen:

PHP hatte lange Zeit massive Probleme.

Vor allem:

  • Inkonsistente Funktionen
  • Schlechte Architektur in alten Projekten
  • Wild zusammenkopierter Code
  • Keine Typisierung
  • Sicherheitsprobleme durch schlechte Entwicklerpraxis

Das Problem war aber selten nur PHP selbst. Das Problem war, dass jeder einfach losprogrammieren konnte. Und genau deshalb existieren heute immer noch diese uralten „PHP ist schlecht“-Memes.


Modernes PHP hat mit altem PHP kaum noch etwas zu tun

Wer zuletzt PHP 5 gesehen hat, kennt modernes PHP praktisch nicht mehr.

Heute gibt es:

  • Strict Types
  • Attributes
  • Constructor Property Promotion
  • Enums
  • Readonly Properties
  • Typed Properties
  • Dependency Injection
  • Interfaces
  • Saubere OOP-Strukturen
  • Gute Testing-Frameworks
  • PSR-Standards

Modernes PHP ist heute deutlich strukturierter als viele denken.

Beispiel:

<?php
 
declare(strict_types=1);
 
namespace App\Service;
 
final readonly class UserService
{
    public function create(string $email): User
    {
        return new User($email);
    }
}

Das hat mit den alten PHP-„Spaghetti-Projekten“ kaum noch etwas gemeinsam.


Warum PHP für Webentwicklung immer noch extrem stark ist

PHP hat einen riesigen Vorteil:

Es ist pragmatisch.

Du kannst mit wenig Aufwand:

  • APIs bauen
  • Queue-Systeme betreiben
  • Echtzeit-Chats entwickeln
  • Authentifizierung integrieren
  • Datenbanken anbinden
  • Cronjobs verarbeiten
  • WebSockets nutzen
  • PDFs generieren
  • E-Mails versenden

Und das alles ohne erst ein halbes DevOps-Team aufzubauen und das ist gerade im Business-Umfeld extrem wichtig. Viele Unternehmen brauchen keine „ultra fancy Microservice Kubernetes Event Driven Hyper Cloud Architektur“.

Sie brauchen:

  • stabile Software
  • schnelle Entwicklung
  • wartbaren Code
  • gute Entwicklerproduktivität

Und genau da ist PHP stark.


Das eigentliche Powerhouse: Laravel

Wenn man heute ernsthaft PHP entwickelt, kommt man an Laravel kaum vorbei.

Laravel nimmt dir extrem viele Probleme ab:

  • Routing
  • Datenbankmigrationen
  • Queues
  • Events
  • Authentifizierung
  • Mailversand
  • Realtime Broadcasting
  • Testing
  • Scheduling
  • Caching
  • API-Strukturen

Und das Ganze wirkt erstaunlich sauber und extrem produktiv, da man nicht erst für die Authentication in irgendwelchen YAML-Dateien zu recht konfigurieren muss - alles ist hier out-of-the-box gesetzt, aber dabei bleibt eine Flexibilität, wenn man etwas umkonfigurieren will, kann man es einfach machen. Deswegen fühlen sich Entwickler, egal ob aus dem Backend oder Frontend in Laravel schnell zu Hause.

Beispiel für eine Route:

Route::get('/users', function () {
    return User::all();
});

Oder ein Queue-Job:

SendWelcomeMail::dispatch($user);

Kurz. Klar. Verständlich.

So sollte Webentwicklung heutzutage aussehen.


PHP ist nicht perfekt

Natürlich nicht.

PHP hat immer noch Altlasten:

  • Historisch gewachsene Funktionen
  • Unterschiedliche Namenskonventionen
  • Legacy-Projekte
  • Teilweise fragwürdige alte APIs

Aber das haben andere Ökosysteme genauso.

Der Unterschied ist nur: Bei PHP wird ständig darüber geredet und somit wird es auch weiterhin präsent gehalten.


Für wen eignet sich PHP heute?

Meiner Meinung nach besonders für:

  • Webplattformen
  • SaaS-Produkte
  • APIs
  • Unternehmenssoftware
  • Shopsysteme
  • interne Tools
  • Automatisierungen
  • CRM-/ERP-nahe Anwendungen

Gerade wenn man schnell produktiv werden will, ist PHP extrem stark.


Mein persönlicher Eindruck

Viele unterschätzen PHP, weil sie nur alte Projekte kennen.

Modernes PHP zusammen mit Laravel ist heute ein verdammt produktives Setup. Vor allem für Backend-Entwicklung.

Und am Ende zählt in echten Projekten nicht, welche Sprache auf Twitter gerade gehyped wird.

Sondern:

  • Wie stabil läuft die Software?
  • Wie schnell kann man Features entwickeln?
  • Wie wartbar bleibt das Projekt in 3–5 Jahren?
  • Wie schnell kann ein neues Teammitglied produktiv werden?

Genau da punktet PHP bis heute massiv.